Freifunk Augsburg

Blog zu Freifunk Augsburg und Mesh-Netzen im Allgemeinen

Neuer Gateway

Dass letztens das BGH zur Haftung bei offenen WLANS geurteilt hat haben ja vermutlich die meisten mitgekriegt. Mir (und wohl den meisten) ist noch nicht wirklich klar was das für absichtlich offene Netze wie Freifunk, die gute Gründe haben ihr Netz offen zu lassen, bedeutet. Aber es hat einen guten Anlass geboten, darüber nachzudenken, wie ich mit meinem Gateway ins Internet (der im Augsburger Netz leider ganz alleine ist) weiter verfahren soll. Bisher hab ich den Traffic über einen vserver in Deutschland ins Internet geroutet, aber schon immer nebenher nach einem Weg gesucht, den Traffic übers Ausland zu schicken.

Dann kam letztens von Sven-Ola initiiert die Idee auf, einen vserver in Slovenien zu mieten und als geteilten Exit zu benutzen. Die Aktion läuft mittlerweile auch und verspricht ein erfolgreiches Modellprojekt zu werden.

Ich hatte zuerst auch überlegt da mit einzusteigen. Nachdem ich aber dann mit Lowkey von Kiberpipa.net (WLAN-Netz in Ljubljana) gechattet hatte und er mir anbot einen kleinen Vserver für mich zu hosten wurde dann aber doch ein Alleingang daraus. Wir haben das auch gleich mal ausprobiert und seit ein paar Tagen läuft nun also ein etwas angepasstes OpenWrt (grsec, multiuser, kvm-Support) als virtuelle Maschine und stellt den Übergangspunkt ins Internet. Um noch besser schlafen zu können, habe ich auf dem Gateway zusätzlich freifunk-p2pblock installiert. Das soll (so gut wie das eben möglich ist) Filesharing erkennen und verhindern. Ich tue das nur ungern, da es auch viele tolle und legale Anwendungsfelder für P2P gibt, z.B. Linux-ISOs oder Musik von Jamendo (wo man die besseren .oggs z.B. nur als Torrent kriegt). Aber andererseits ist im Moment leider auch die größte Gefahr beim Betreiben eines Internetgateways, für die Verbreitung urheberrechtlich geschützter Werke in Störerhaftung genommen zu werden. Man kann wohl aus dem BGH-Urteil auch rauslesen, dass "angemessene technische Maßnahmen" ergriffen werden müssen, um Urheberrechtsverletzungen zu vermeiden. Da eine Verschlüsselung des Netzes als Schutzmechanismus aus offensichtlichen Gründen für Freifunknetze nicht in Frage kommt und ich den Gateway auch nicht ganz abschalten wollte, erschien mir der Versuch bekannte Filesharing-Anwendungen zu blocken als einigermaßen vernünftiger Mittelweg.

Für den Vserver werde ich wohl demnächst mal eine Spende an Lowkey/Cyberpipe abdrücken. Es würde mich freuen, wenn sich daran ein paar Nutzer von Freifunk beteiligen würden. Denn: ich selber hab eigentlich ja gar nichts davon, denn über den vserver wird nur Traffic von Augsburger Freifunk-Nutzern geroutet. 

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