Freifunk Augsburg

Blog zu Freifunk Augsburg und Mesh-Netzen im Allgemeinen

Freifunk für Augsburg - Ergebnis aus Gespräch mit den Stadtwerken Augsburg

In München sind die Stadtwerke beim öffentlichen WLAN federführend, also dachten wir uns fragen, wir mal in Augsburg nach

Nach etwas längerer (sommerwetterbedingter) Funkstille haben wir uns mit den Stadtwerken getroffen. Wir haben erstmal ganz grundsätzlich angefangen und Freifunk erklärt, wie wir uns den Betrieb vorstellen und dann ging's auch gleich in die Diskussion über, wie man möglicherweise zusammenarbeiten könnte. Unser Gesprächspartner wies zwischenzeitlich auf die Parallelen zwischen Freifunk und der Bürgernetz-Bewegung in den frühen 90er hin un derklärt, die Gedanken rund um Freifunk seien ihm vor dem Hintergrund nicht fremd und habe Sympathie für unser Vorhaben. Wir haben rausgestellt, dass wir die Stadtwerke an der Stelle brauchen, wenn's um Internetzugänge geht, die aufgrund der Absage der Stadt, deren Internetleitung mitbenutzen zu wollen, erforderlich sind. Dass auch die Stadtwerke oder MNet die DSL-Anschlüsse mindestens kostendeckend betreiben muss, war für uns verständlich. Wir haben an der Stelle auf die Möglichkeiten einer finanziellen Beteiligung hingewiesen, was auch seitens der Stadtwerke als realisierbare Möglichkeit angesehen wird, analog zur vielfältigen Beteiligung der Stadtwerke im Bereich Förderung der lokalen Sport- & Kulturszene. Zu vorderst sei aber die Stadt gefragt eine Richtungsentscheidung zu treffen: Soll es ein kommerzieller Provider sei? Werden wie in München die Stadtwerke beauftragt das öffentliche WLAN-Netz zu betreiben oder soll die kostengünstigere Variante über ein lokales Engagement in der Freifunk-Community realisiert werden? Dabei geht's auch um die Frage, welches Level an Professionalität wünscht sich die Stadt Augsburg und was is se bereit dafür zu zahlen. Recht eindeutig kam's im Gespräch raus, dass die Stadtwerke in dem Fall, dass sie beauftragt würden, die Profi-Hardware beziehen werden, einen Dienstleister für den Betrieb beauftragen. Das alles sind natürlich ganz andere Dimensionen an Kosten, als was Freifunk einwirft. Damit wollen wir nicht unser Projekt als weniger stabil und zuverlässig bezeichnen, es geht einfach darum: Probiert man was neues, wie Freifunk aus, lässt's auf ehrenamtlichem Engagement laufen oder will man ne Firma dahinter haben, die dann natürlich auch bissle Gewinn erzielen will. Im letzteren Fall sind dann die Kosten eher so auf dem Münchner Level mit, ich denke Freifunk und selbst, wenn wir bezahlte Betreuung zu nem fairen Stundenlohn machen, kommt uns immernoch billiger und vor allem: Freifunk hat die Chance, dass ehrenamtliches Engagement und bezahlte Aktive parallel beteiligen können, ohne einander auszuschließen.
Aus dem Gespräch sind wir recht positiv rausgegangen und nehmen als Botschaft mit, dass auf der politischen Ebene mal eine Grundsatzentscheidung her muss, was will die Stadt Augsburg: Nen kommerziellen Anbieter oder Freifunk.

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